Der Kellermeister

Der Kellermeister

Wer ist Der Kellermeister? Ich bin der Kellermeister. Ich liebe Restzucker. Ich gebe das offen zu, ich schäme mich dessen nicht. Ein Wein kann trocken sein, muss aber nicht. Ich lehne mich sogar noch weiter aus dem Fenster - gefährlich weit - und behaupte: manchmal darf ein Wein nicht trocken sein.

Mein Vorname klingt wie uva (ein bißchen), das italienische Wort für Traube.

Ich wuchs auf in Deutschland (dem Mutterland des Rieslings), aber es bedurfte eines Wohnungswechsels nach Amerika (dem Mutterland der Concord Rebe), um mich dem Riesling näher zu bringen.

Die Finger Lakes im Staate New York, unweit der Grenze, an der Amerika und Kanada unter wildem Getöse der Niagara Fälle aneinander stossen, dort wurde ich von einem gelegentlichen Weißweintrinker zu einem begeisterten Rieslingverehrer. Inmitten von sanft aufsteigenden Hügeln, die wie zerknautschte Kissen zwischen den Fingerseen liegen, fuhr ich von Winzer zu Winzer und probierte unter anderem die Rieslinge von Dr. Konstantin Frank und Hermann J. Wiemer, deren Namen meinen deutschen Ohren doch recht vertraut klangen. Was mich faszinierte war die Vielseitigkeit der Weine, die doch alle derselben Traube entstammten. Den Kofferraum voller Rieslinge fuhr ich zurück nach New York City, durstig.

Ich belegte Kurse am International Wine Center, half im Weinkeller des Restaurants Balthazar in New York City (welches für seine erlesene Auswahr französischer Weine bekannt ist) und arbeitete schliesslich bei Appellation Wines & Spirits, einem Weinladen in Manhattan, der sich fast ausschliesslich organischen und biodynamischen Weinen widmet. Letztendlich (?) folgte das WSET Diplom.

Front Street on Staten Island
Es gibt keine Weingüter auf Staten Island

Zusammen mit Riesling hege ich eine Abneigung gegen Barrique, zumindest in den Fällen, bei denen das Holz den Wein überwältigt. Statt angeschrien zu werden, höre ich lieber zu, auch dem leisesten Wein, der, wenngleich subtil, von seinem Herkunftsort erzählt.

Ich lebe auf Staten Island, laut Umfragen der unpopulärste New Yorker Stadtteil, mit meiner Frau Kelly, meinem Sohn Johann Serenus und einem kleinen beschaulichen Garten mit 9 Rebstöcken.

Meine Verkostungsnotizen

Bei meinen Weinnotizen gebe ich in der Regel zuerst einen möglichst objektiven Überblick und folgend ein eher subjektives Urteil. In der Regel trinke ich alle Weine zuhause und lasse mir Zeit dabei. Wenn ein Wein bei einer Veranstaltung verkostet wurde (wo eine wirklich gründliche Verkostung aus Zeitgründen oft nicht möglich ist), so ist das am Ende der Verkostungsnotiz angegeben.

Uwe Kristen
Staten Island, NY, Juli 2007 Kontakt

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